Radikal höflich gegen Verschwörungsmythen

20 Nov 21

Du kennst Leute in deinem nahen Umfeld, die sich seit  Pandemie-Beginn zu Verschwörungserzählungen hingezogen fühlen? Dann bist du nicht allein. Fast jede*r hat Menschen in seinem Umfeld, die an “geheime Eliten” glauben, welche die Welt lenken würden. Waren es früher vor allem politische Ansichten oder Lebenseinstellungen, die in Familie, Kreis der Freund*innen- und Kolleg*innen zu Spannungen führten, so gehören Auseinandersetzungen über Impfschutz und Pandemie-Regeln heute zum regelmäßigen Repertoire.

Immer öfter erzählen uns in den Workshops Leute von ihren Konflikten in der Familie und am Arbeitsplatz im Zusammenhang mit Verschwörungsmythen, die sich um die Pandemie ranken.

Das kritische Hinterfragen von Regeln und gesellschaftlichen Konventionen ist wichtig in einer lebendigen, demokratischen Gesellschaft. Gruppen, die öffentlich die Corona-Bestimmungen anzweifeln, werden jedoch gezielt von rechtsextremer Seite unterwandert oder sogar direkt angeführt. Rechte Verschwörungsideologie wird kombiniert mit aktuellen Verschwörungserzählungen. Einige Menschen, die mit den pandemiebedingten Einschränkungen nicht einverstanden sind, finden wir plötzlich am rechten Rand wieder.

 Angehörigen von Verschwörungsgläubigen fällt es schwer mit deren Blick auf die Welt umzugehen. Zuerst werden sie für ihre kruden Ideen belächelt, später trennen sich womöglich die Wege. Wir sind der Meinung, dass es wichtig ist, eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern. Wir setzen auch in diesem Bereich auf das radikal höfliche Gespräch.

In unseren Workshops hören wir, dass es schwer oder unmöglich sei, konstruktive Gespräche mit Menschen zu führen, die Verschwörungserzählungen glauben. Wir erleben, dass es die Betroffenen sehr stark belastet, wenn ihr Familienleben, ihre Freund*innenschaften und Beziehungen von Verschwörungsmythen ge/zerstört werden. Der Leidensdruck besteht oft auf beiden Seiten, wenn die Bereitschaft sich zuzuhören sinkt und Kontakte abbrechen. Wir wollen herausfinden, wie sich ein gesundes Gesprächsklima erhalten oder wiederherstellen lässt und damit eine Grundlage für die Beziehung geschaffen wird.

 

Was haben wir konkret vor?

Unser Programm umfasst mehrere aufeinander aufbauende Schritte. Zentraler Bestandteil sind Talks, die ähnlich wie begleitete Selbsthilfegruppen funktionieren. Zu diesen Talks in einem kleinen Kreis (12-15 Personen) laden wir Expert:innen ein, die sich auf dem Feld der Verschwörungserzählungen  auskennen. In den Gesprächsgruppen gilt es zu ergründen, welches Verhalten in die Kommunikations-Sackgasse führt und wie es sich verändern lässt. 

Ihr habt selbst eine Person in eurem nahen Umfeld, die Verschwörungserzählungen glaubt und möchtet gern an einem der Talks mit Expert:innen teilnehmen? Dann nutzt bitte die Anmeldungsformulare für die jeweilige Veranstaltung (s.u.).

Ihr habt keine Zeit, an einem der Talks teilzunehmen? Wir stellen den Expert:innen Fragen, nehmen ihre Antworten für euch auf und veröffentlichen kurze Videos. Euch brennen Fragen unter den Nägeln? Dann schickt sie uns gern an: kontakt@kleinerfünf.de

Abgeleitet von den Erfahrungen aus den Talks entwickeln wir ein Gesprächsgruppen-Modul, das ohne Anleitung offline, online oder hybrid durchgeführt werden kann. Unser Wunsch ist, dass sich bundesweit Gruppen zusammensetzen und aus dieser Form der kollektiven Beratung Kraft und Know How mitnehmen in die nächsten Gespräche mit Verschwörungsgläubigen.

Ihr möchtet gern selbst einen Talk veranstalten? Dann meldet euch zu unserem Train-the-Trainer-Programm an! Das Programm starten wir direkt , wenn wir hilfreiche Erkenntnisse und Materialien für unser Modul zusammengestellt haben. Tragt euch in dieses Formular ein, dann schreiben wir euch an, sobald unsere ersten Workshops feststehen.

Außerdem fassen wir unsere Erkenntnisse in Leitfäden zusammen, die wir euch zur Verfügung stellen.

Folgende Termine für Talks stehen bisher fest:

Online-Austausch 24.11., 16-18 Uhr Wir stellten unser Programm bei einem Event von modus|zad vor (Online-Event)

Talk I mit Ansgar Martins 21.12., 19:00 Uhr (geplant als analoges Event in Frankfurt/Main je nach Pandemielage kann es auch online stattfinden) Anmeldung

Talk II mit Marina Chernivsky  8.2., 14:30 Uhr (Online-Event) Anmeldung

 

Das Projekt wird unterstützt von Das NETTZ – Vernetzungsstelle gegen Hate Speech

 

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