Gespräch mit Aktiven: Paulina

Paulina Portrait
18 Mär 17

In unserem ersten Gespräch mit Aktiven von Kleiner 5 wollen wir euch Paulina vorstellen. Paulina ist von Anfang an bei Kleiner 5 dabei und leitet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie vertritt das Projekt auch nach außen hin auf vielen Veranstaltungen. Am 30.März könnt ihr sie beim Lichter-Filmfest in Frankfurt live erleben: Mehr Informationen findet Ihr hier:  http://www.lichter-filmfest.de/de/programm/vortraege-talks/vortraege-talks-2017.html

Hallo Paulina, wie bist du zu Kleiner 5 gekommen?

Paulina: Anfang Mai hatte ich eine sehr unangenehme Begegnung mit einem Rechtspopulisten. Daraufhin machte ich einen Facebook Post und rief dazu auf, Farbe zu bekennen. Den Post wiederum las ein Bekannter, der gerade dabei war, ein privates Politcamp zu organisieren. Bei diesem wollten Freunde der Frage auf den Grund gehen, wie wir uns gegenüber den rechtspopulistischen Tendenzen positionieren und aktiv werden können. Er lud mich dazu ein und ich war sofort Feuer und Flamme.

Wie viele Menschen sind denn mittlerweile dabei?

Wir sind mittlerweile über 100 Aktive. Es sind ganz unterschiedliche Menschen dabei, die über die ganze Bundesrepublik verteilt leben - und sogar über deren Grenzen hinaus. (Wie kamt ihr zusammen: siehe oben)

Was war der Moment, in dem du wusstet: das hier ist es, hier will ich mich engagieren?

Wie gesagt, im Mai 2016 habe ich gemerkt, dass ich mich engagieren will. Das erste Politcamp im August 2016, bei dem "Unser Ziel: Kleiner 5" geboren wurde, war dann der Moment, in dem ich gemerkt habe, wo und wie ich das machen kann.

Was glaubst du, welche Lücke füllt Kleiner 5 im Bezug auf andere Kampagnen und Organisationen, die sich gegen Rechtspopulismus einsetzen?

Wir sind eine diverse Gruppe was den gesellschafts-politischen Hintergrund angeht. Liberale und Konservative sind ebenso willkommen wie Linke oder Progressive. Das macht es natürlich auch oft nicht einfach. Aber wir haben ein klares zeitliches Ziel vor Augen: die Bundestagswahl. Deshalb agieren wir als Plattform, auf der wir unsere eigene Kampagne gestalten, aber auch zur Vernetzung anderer Gruppen beitragen.

Was bedeutet die Arbeit von Kleiner 5 für dich ganz persönlich?

Es ist beruhigend und aufwühlend zugleich. Beruhigend ist das Gefühl, sich gemeinschaftlich für eine Vision zum besseren Leben einzusetzen. Aufwühlend ist das Wissen um die große Bedrohung, die uns ideologisch gegenüber steht - und nicht nur in Deutschland.

Wie sieht Deine tägliche Arbeit für Kleiner 5 aus?

Lang und intensiv. Es beginnt am Morgen. Da denke ich oft: "Ah, ich wollte noch Person XY anrufen". Oder 'Wie erreichen wir neue SpenderInnen?". Den Tag über wird viel telefoniert, geschrieben, nachgedacht, gelesen, zugehört und produziert. Ich liebe die Arbeit und doch muss ich lernen, ab und zu Abstand von ihr zu nehmen. Denn auch am Abend geht es oft noch weiter. Dann stehen Skype-Treffen unserer Arbeitsgruppen an oder ich debattiere die Tagespolitik mit meinen MitbewohnerInnen.

Wie reagiert dein direktes Umfeld auf dein Engagement?

Hauptsächlich positiv: unterstützend und motiviert. Meine Familie und mein engster FreundInnenkreis hält "Unser Ziel: Kleiner 5" für wertvoll und richtig. Genauso aber gibt es kritische Fragen und Kommentare, Zweifel und Sorgen. Diese bringen mich meistens aber weiter und voran.

Gibt es kritische Nachfragen zu dem Projekt? Wenn ja, welche? Welche Antworten hast Du darauf?

Der Klassiker ist: "Glaubt ihr wirklich, dass Kleiner 5 zu schaffen ist?" Die kurze Antwort darauf lautet: "Ja!". Als Gruppe greifen wir die vielen kritischen Fragen, die an uns herangetragen werden, immer wieder auf und diskutieren sie intensiv. Doch es ist oft nicht einfach, gute Antworten zu finden. Auch können die Meinungen innerhalb der Gruppe auseinander gehen, zum Beispiel was unsere Strategie anbelangt: Ist es richtig, die AfD (nicht) beim Namen zu nennen? Ist es richtig, die Wahl beeinflussen zu wollen? Ist es richtig, für und gegen etwas zugleich zu sein? Diese und viele Fragen mehr stellen sich für uns Tag für Tag. Wir gewinnen jedoch immer mehr an Sicherheit. Mittlerweile haben wir unsere gemeinsamen Werte herausgearbeitet und eine Taktik, auf deren Grundlage wir weitere Antworten finden können.

Wie geht es mit Kleiner 5 nach der Bundestagswahl im September 2017 weiter?

Wir haben eine Taskforce gegründet, die sich mit dieser Frage und unserer Zukunft beschäftigt. Uns ist es sehr, sehr wichtig, die ganze Motivation und Ideen, die wir deutschlandweit durch Kleiner 5 bündeln können, weiter zu entwickeln. Deshalb wird es bestimmt eine oder mehrere Zukunftswerkstätte geben. Und wir hoffen natürlich auch, immer mehr Menschen zum Mitmachen aktivieren zu können. Gemeinsam entwickeln wir dann bestimmt viele neue Pläne. Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt!

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